Sommer im Block

Seit unserem Einzug in die Raumkante sind ca. zweieinhalb Jahre vergangen und eine gewisse Alltäglichkeit hat sich in unserem Miteinander breit gemacht. Und doch ist, so wie bei den meisten Menschen, kein Tag gleich und immer neue Themen wollen unsere Aufmerksamkeit.

In diesem Sommer zeigte sich auch bei uns eine allgemeine Pause: viele Menschen sind in den Urlaub gefahren, die Zahl der Kinder, die den Innenhof bespielten, sank zeitweise dramatisch gegen Null. Pflanzen wässern und die Hitze ertragen waren vordringliche Aufgaben.

Vor der Sommerpause bot der Innenhof noch ein ganz anderes Bild: Menschen liefen Tage- bis Wochenlang emsig hin und her, trafen sich in Gruppen und verstreuten sich wieder, transportierten Lasten von A nach B, innerhalb des Blocks und außerhalb: die bundesweite Mitgliederversammlung des Mietshäusersyndikats fand in Heidelberg statt. Die Raumkante war zusammen mit unseren Nachbar*innen von der Hagebutze und weiteren Mietshäusersyndikats-Projekten aus Heidelberg gastgebend. Haupt-Austragungsort war vor allem die große Aula des CA, doch auch in unserem Block wurde diskutiert in großen Runden, wurde zusammen gegessen und Menschen beherbergt. Ein Open Air Konzert in unserem Innenhof, organisiert vom dritten Projekt im Bunde, Konvisionär, bildete den kulturellen Höhepunkt des Wochenendes. Die Freiburger Band Äl Jawala feierte ihren 25. Geburtstag bei uns und heizte der Menge ordentlich ein in dieser traumhaft lauen Sommernacht.

Neben all der Arbeit für die MV konnten wir aber auch selbst an Veranstaltungen teilnehmen, und wie so oft, stellte sich ein Gefühl des tiefen Bewegtseins ein. Wenn ich Freunde fragte, was für sie das Wichtigste an diesem Wochenende war, so wurde das Gefühl der Wichtigkeit benannt: der Begegnungen unter den Menschen, das Miteinander-Vereinbaren unserer Strukturen und der Art unserer Kommunikation: einander zuhören, aussprechen lassen, zu Wort kommen lassen und inhaltlich darauf eingehen, im Rahmen gehalten dank unserer gut geölten Moderationstechniken, die so viele von uns gut beherrschen. Diese Art, miteinander Gemeinschaft leben zu können, wird hier auch im großen Rahmen ganz praktisch erlebbar.